| Beschreibung | Ehem. Bibliotheksexemplar (Literarische Abteilung der Metallgesellschaft A.G., Frankfurt). Etikettierung am Buchrücken, Stempel und Vermerke auf dem Titelblatt. Innen sauber und ohne Anstreichungen.Teil B: Organische Liganden - Part A (No. 21): Högfeldt: Inorganic Ligands. Beide Teile bilden zusammen die 2. Ergänzung zu den klassischen Stability Constants von Bjerrum, Sillén und Martell. Perrin (1979) und Högfeldt (1982) bilden gemeinsam die „Second Supplement“ zu den klassischen Stabilitätskonstanten von Bjerrum, Sillén und Martell. Die „First Supplement“ erschien 1964 als Sillén & Martell, Supplement No. 1 (IUPAC Chemical Data Series No. 6).Perrins "Stabilitätskonstanten von Metallionenkomplexen, Teil B: Organische Liganden" war eine umfassende Zusammenstellung von Stabilitätskonstanten für organische Ligandenkomplexe. Sie diente als wichtiges Nachschlagewerk für thermodynamische Daten und umfasste auf ihren 1262 Seiten über 2555 Tabellen zu verschiedenen organischen Liganden. Sie diente dabei als umfangreiches, kuratiertes Archiv experimenteller Daten zur Wechselwirkungsstärke zwischen Metallionen und organischen Liganden in Lösung. Der vorliegende Teil B konzentriert sich ganz auf organische Liganden (im Gegensatz zu Teil A, der anorganische Liganden behandelt). Perrin liefert dabei numerische Werte (log K) für Stabilitätskonstanten, die für die Bestimmung der Gleichgewichtskonzentrationen von Komplexen unerlässlich sind. Dabei bedeutet die 'Bestimmung der Gleichgewichtskonzentrationen' die rechnerische oder experimentelle Ermittlung der tatsächlichen Verteilung aller Metall- und Komplexspezies in einem System, basierend auf Stabilitätskonstanten und Stoffbilanzen. Dies war Teil der IUPAC Chemical Data Series und enthielt Daten, die bis Ende der 1970er Jahre veröffentlicht wurden. Die Arbeit war damit unverzichtbar für Forscher in den Bereichen Koordinationschemie, analytische Chemie und Umweltwissenschaften, die präzise Komplexierungsdaten benötigten. Für die Metallgesellschaft war dieses Wissen die Grundlage für Löslichkeitsberechnungen, Komplexbildung in wässrigen Systemen, Selektivität von Liganden, Extraktionsprozesse, Fällungsreaktionen, Metallionen Spezierung. Dies waren durchweg Problemzonen im operativen Geschäft: bei der Hydrometallurgie (Kupfer, Nickel, Kobalt, Zink), bei Laugungsprozessen, bei Fällungs- und Reinigungsstufen, bei Komplexbildnern in Prozesswässern, bei der Korrosionschemie in Anlagen, bei der Analytischen Kontrolle der Rohstoffe. Für MG. Lurgi und Chemetall ging es u. a. bei der Prozessauslegung und -optimierung darum: wie verhält sich Cu²? in Gegenwart von Citrat, EDTA, Ammoniak, Carbonat? Dies entscheidet über Ausbeute, Reinigung, Nebenreaktionen, Abwasserbehandlung. Bei der Werkstoffauswahl war zu prüfen: Komplexbildner beeinflussen Korrosion. Stabilitätskonstanten helfen vorherzusagen, ob ein Metallion "frei" oder "gebunden" vorliegt. Die MG hatte große Laborbereiche. Komplexbildung ist die Grundlage für: Titrationen, Maskierungen, Extraktionen, photometrische Bestimmungen. Ohne Stabilitätskonstanten konnte man keine analytische Methode sicher anwenden. Die MG hatte sich mit Umwelt- und Abwasserchemie zu beschäftigen - dabei mußte sie wissen: Komplexierte Metallionen verhalten sich anders als freie. Perrin war ein Standardwerk für Spezierungsmodelle. Seine chemischen Konzepte dienten im MG-Wissensvorrat einem einzigen Zweck:Metalle effizienter, reiner, billiger und sicherer zu gewinnen, zu verarbeiten und zu verkaufen. Denn es bedeutete: höhere Ausbeute, weniger Ausschuss, bessere Produktqualität, geringere Betriebskosten, technische Überlegenheit gegenüber Konkurrenten. Fazit: aus chemischem Wissen wurde wirtschaftlicher Mehrwert. |