gebraucht; gut - Unterstreichungen auf dem ersten Textblatt, sonst sauber - 09. April 1940 begann die deutsche Annexion der neutralen Staaten Dänemark und Norwegen. Das Unternehmen "Weserübung" sollte die deutsche Eisenerz-Zufuhr und den Zugang zum Atlantik sichern. Über das nordnorwegische Narvik wurde Eisenerz aus dem schwedischen Kiruna nach Deutschland verschifft. Mehr als neun Millionen Tonnen importierte das Reich zu diesem Zeitpunkt jährlich: Stahl für Geschütze, Panzer, U-Boote und Schlachtschiffe. Die britische Seeblockade in der Nordsee konnte dies nicht verhindern: die deutschen Erzfrachter fuhren unbehelligt durch norwegische und dänische Hoheitsgewässer bis in heimische Ostseehäfen. Noch am Morgen des 9. April überreichen die Gesandten des Deutschen Reiches Regierungen in Oslo und Kopenhagen gleichlautende Noten: es wird erklärt, dass durch die Invasion die Neutralität der beiden Länder vor einem unmittelbar bevorstehenden Angriff der Westalliierten geschützt werden solle; die deutschen Truppen kämen somit "nicht in feindseliger Gesinnung". Die beiden Regierungen wurden aufgefordert, keinen Widerstand zu leisten. Die dänische Regierung protestierte und hielt still, die norwegische befahlt die Mobilmachung und zog sich ins Land zurück. Mit britischer Hilfe gelang es, die deutsche Landnahme zu erschweren. Bis zum 10. Mai: die Wehrmacht begann ihren Westfeldzug gegen Frankreich und schloß in Flandern 1,2 Millionen Briten, Franzosen und Belgier ein. Nach dem Abzug der Alliierten kapitulierten die norwegischen Truppen am 9. Juni 1940. Bei allem lag Kirkenes , der Ort unserer Erinnerungs-Rundreise weitab vom Kampfgeschehen und wurde im Juni 1940 ohne größere Schwierigkeiten von den deutschen Truppen besetzt. Kirkenes ist eine Hafenstadt im äußersten Nordosten Norwegens, in der Provinz Finnmark, am polaren Atlantik mit damals 7.000 Einwohnern, direkt an der Grenze zu Russland und Finnland, "Litsa" (Zapadnaja Litsa) ist der Name einer Flussmündung, die an sowjetisches Gebiet grenzt. Die Lage änderte sich im Sommer 1941, als Nordostnorwegen zum Ausgangspunkt für den deutschen Angriff auf die Sowjetunion wurde. Ziel der Wehrmacht war die Hafenstadt Murmansk, nur 200 km von der Grenze entfernt. Bei Litsaelva - auf halbem Weg zwischen Kirkenes und Murmansk - kam die Offensive jedoch zum Erliegen und es wurde ein Stellungskrieg - in den fast drei Jahren der Kampfhandlungen gab es auf beiden Seiten kaum weitere Fortschritte. Rund eine halbe Million deutscher Soldaten kämpften an der Murmansker Front auf sowjetischem, finnischem und norwegischem Gebiet. An der Litsafront waren über weite Strecken des Krieges etwa 200.000 deutsche Soldaten im Einsatz. Davon waren zeitweise etwa 70.000 bis 100.000 im Raum Kirkenes einquartiert. Bis zu 65.000 sowjetische Kriegsgefangene wurden unter entsetzlichen Bedingungen in 60 Kriegsgefangenenlagern in Süd-Varanger festgehalten. Kirkenes wurde zu einem der brutalsten Kriegsschauplätze in Europa: Kirkenes wurde dabei als Ziel der sowjetischen Luftwaffe häufigstes Bombenziel im Zweiten Weltkrieg..