gebraucht; gut - Schnitt braunfleckig. - Jeanne-Marie Bouvier de La Motte Guyon (1648 - 1717) war eine katholische Mystikerin, die vor dem Hintergrund wechselnder Wertschätzung der Pariser Aristokratie (mal enge Freundin der Madame de Maintenon (Mätresse König Ludwigs XIV.), mal Internierung in Klöstern und (1698 - 1703:) in der Bastille) ein umfangreiches und europaweit viel beachtetes Gesamtwerk hinterließ. 1713 - 1723 gab Pierre Poiret Naudé (1646 - 1719) ihr 'Œuvres spirituelles' in 42 Bänden heraus. Erscheinungsort war die damalige Lebensmitte des überzeugten Mystikers Naudé: Amsterdam. Bereits 1701 hatte der pietistische Theologe Gottfried Arnold Schriften der Französin ins Deutsche übertragen. 1751 übersetzte der reformierte Pietist und Kirchenlieddichter Gerhard Tersteegen (1697 - 1769 - 'Liedermacher reformiert-pietistischer Mystik') 'Die heilige Liebe...' ins Deutsche. Und seine Übersetzung sorgte für Leser und Verbreitung: neben August Hermann Francke, Nikolaus von Zinzendorf u. a. Johann Heinrich Jung-Stilling. Sein Geständnis in 'Theobald oder der Schwärmer': "Die vielfältigen Schriften der Frau von Guyon, ihre Briefe, ihre geistliche Ströme, ihre Lieder, ihr Buch vom innern Gebet, von der Kinderzucht, ihre Bibelerklärungen, ihre Lebensbeschreibung u.s.w. [verschafften ihr] ein erstaunliches Ansehen in ganz Europa, besonders aber in Deutschland“. Der Schweizer Theologe Walter Nigg (1903-1988) hat in den Text eingeführt: ein Spezialist für kirchenentfernte Außenseiter praktizierter Gläubigkeit.