gebraucht; aktzeptabel - 62 S. ; 8° Vorderer Buchdeckel fehlt, Randläsur am Titelblatt, Papier gebräunt. - Gottfried Feder (1883 - 1941) seit 1905 Ingenieur, Spezalität: Eisenbetonbau. Seit 1908 Teilhaber und Leiter der Münchner Niederlassung der Baufirma Ackermann GmbH & Co. KG, die er in Deutschland, Italien und Bulgarien Großbauten wie Lagerhäuser und Brücken baute, sowie im Ersten Weltkrieg Munitionsanstalten und Flugzeughallen. Berufsbegleitend veröffentlichte er 1919 als wirtschaftswissenschaflicher Autodidakt ein 'Manifest zur Brechung der Zinsknechtschaft des Geldes', das anläßlich eines Feder-Auftritts bei einer Wehrmachtsschulung Hitler zu Grundideen seines 'Kampfes' inspirierte. Feder war Gründer des 'Deutschen Kampfbundes zur Brechung der Zinsknechtschaft', Mitglied der 'Thule-Gesellschaft' und des 'Deutschvölkischen Schutz- und Trutzbundes'(1920). Er schloss sich der 'Deutschen Arbeiterpartei' (1919) und auch der 'Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei' (zunächst 1920, und nach der Neugründunng: 1925 - Mitgliedsnummer: 11) an. 1927 übernahm er die Herausgeberschaft der neuen parteioffiziellen Schriftenreihe 'Nationalsozialistische Bibliothek', als deren erste Publikation er 'sein Programm der N.S.D.A.P.' veröffentlichte, das er in unserem Angebot 1934 bereits in seiner 136. - 145. Auflage vorlegte. Feder hatte sich mit völkischen und antsemitischen, aber auch antikapaitalistischen Überzeugungen der 'Bewegung' angeschlossen. Damit war politisch mit der 'Machtergreifung' Schluß. Dafür standen u. a. zwei persönliche Karrierenden: Gregor Strasser wurde im Juni 1934 verhaftet und ermordet, Gottfried Feder wurde als Staatssekretär im Reichsministerium für Wirtschaft in den Ruhestand versetzt und mit Honorar- und außerordentlichen Professuren abgefunden. - Zu unserem Buch ein Hinweis: die einschlägigen antiquarischen Bücher aus unserem Bestand sind Dokumente deutscher Gesinnungsgeschichte. Sie sind Grundlage für ein politisch zurechnungfähiges Verständnis des Faschismus. Insofern ist unser Angebot eine dezidierte Aufforderung zur Parteinahme gegen Strukturen und Gesinnungen, die den Nationalsozialismus ermöglichten.