gebraucht; gut - Buchschnitt fleckig, Lagerspuren am Einband; im Inneren: keine Lesespuren. - In seinem Vorwort bekennt der Autor: ich "schäme ... mich nicht, offen auszusprechen, daß ich von der Rechten herkomme und trotz aller bösen Erfahrungen bei meiner konservativen Betrachtungsweise verharre." Gisevius gehörte (wie Kordt) zur nationalsozialistischen Nomenklatura: Gisevius war in den zwanziger Jahren Mitglied der Deutschnationalen Volkspartei Hugenbergs, wechselte 1933 zur NSDAP und machte in den Dreißigern Karriere: bei der Gestapo, in der Verwaltung, bei der Abwehr. Seit 1938 hatte er Kontakte zu nationalkonservativen Gegnern Hitlers: u. a. zu Hans Oser (Umsturzpläne 1938) und zu Ludwig Beck. In diesem Zusammenhang war er auch in den Staatsstreichversuch im Juli 1944 einbezogen. Gisevius rettete sich vor den folgenden Exekutionen ins Schweizer Asyl. Unmittelbar nach dem Krieg wurde er prominenter Vertreter des anderen Deutschlands: der US-Hauptankläger Robert Jackson präsentierte ihn im Nürnberger Hauptkriegsverbrecherprozeß als Kronzeugen und "einzigen Stellvertreter der demokratischen Kräfte". Gisevius paßte in die Erinnerungskultur des nachkriegerischen Westen Deutschlands: der konservative Widerstand gegen Hitler wurde staatstragend. 1946 erschien: Ulrich von Hassell, Vom andern Deutschland. Aus den nachgelassenen Tagebüchern 1938 - 1944; im gleichen Jahr erschien: Fabian von Schlabrendorff, Offiziere gegen Hitler; 1948 veröffentlichte Hans Rothfels 'Die deutsche Opposition gegen Hitler. In das neue Weltverständnis paßte auch der religöse Widerstand. Ausgeblendet blieben insbesondere die Aktivitäten der kommunistischen Widerständler: deren Motive paßten nicht in das Projekt Bundesrepublik. Insofern ist das Buch von Gisevius vor allem ein Dokument für den jahrzehntelangen Umgang mit einer Geschichte, der sich moralisch und religiös, aber nicht analytisch begegnen ließ.