gebraucht; aktzeptabel - Ausgesondertes Bibliotheksexemplar. Signaturschild auf dem Rücken. Vortitelblatt und Titelblatt gestempelt, Innen sauber und ohne Anstreichungen. Ex Library with all the usual markings and stamps. Library sign on the spine, with clean text.Kuntze verarbeitete hochkomplexe physikalische Theorien zu praktische Bemessungsregeln für Ingenieure. Ohne seine Berechnungen wäre der moderne Stahlbau (v. a. Brücken und Hochhäuser) deutlich riskanter und materialintensiver. 4 Folgerungen für die praktische Arbeit am Bau: (1,) Sicherheit von Schweißkonstruktionen. In der Zeit des Wiederaufbaus nach dem Zweiten Weltkrieg gab es massive Probleme mit spröden Brüchen an geschweißten Strukturen. Kunze lieferte die theoretische Erklärung, warum Schweißnähte als „Kerben“ wirken und wie die Eigenspannungen im Material die Sprödbruchneigung massiv erhöhen. Das führte zu besseren Schweißvorschriften und Konstruktionsrichtlinien. (2.) Bestimmung der Grenzstehzeit und Betriebssicherheit. Kunze half dabei, die Frage zu beantworten: „Wie lange hält ein Bauteil bei Kälte, bevor es spontan versagt?“ Durch seine thermodynamischen Ansätze konnten Ingenieure berechnen, ob ein Bauteil bei extremen Minustemperaturen noch sicher ist. Dies ist heute Standard bei der Werkstoffwahl nach DIN EN 1993-1-10 (Stahlsortenwahl im Hinblick auf Sprödbruchsicherheit). (3.) Effizientere Materialauswahl.Bevor Kunzes Ansätze verbreitet waren, baute man oft „überdimensioniert“ (zu dick), um Sicherheit zu suggerieren. Kuntze zeigte, dass dickere Bleche paradoxerweise gefährlicher sein können (da sie einen mehrachsigen Spannungszustand begünstigen, der Sprödbruch fördert). (4.) Standardisierung der Prüfverfahren.Die beschriebene Kerbzug-Kerbschlagzugprüfung ist präziser als einfache Versuche. Sie erlaubt eine sehr genaue Bestimmung der Übergangstemperatur. Im Stahlbau bedeutet das: Man kann für jedes Projekt (z. B. eine Brücke in den Alpen vs. eine Halle in der Wüste) exakt den Stahl wählen, der preiswert ist, aber garantiert nicht spröde bricht. (vgl. Google Gemini, 18.02.2026)