gebraucht; gut - Die Herausgeberin Luise Antoinette Gubalke (1856 - 1935) war Autorin, Mitarbeiterin des Scherl Verlags und Redakteurin der 'Welt der Frau' (1904 - 1920). In ihrem Mädchenbuch 1917 ist der Krieg durchgängiges Thema. Während sich die Reihe bislang thematisch auf die klassische Erziehung zum „braven Mädchen“ konzentriert hatte, wurde sie 1917 zu einem Instrument der ideologischen Mobilisierung an der sogenannten „Heimatfront“. Die Beteiligung am Krieg wurde auch zur Pflicht des wohlerzogenen Mädchens. Es wurde informiert: bereits seit 1916 sorgte der Verlag für einen ausführlichen Vorspann (ca. 20 Seiten), der ausschließlich Texte und Berichte über den Krieg reserviert war. Es wurde von beispielhaften Mitmädchen erzählt: da sie weder Soldaten noch „Heldenmütter“ sein konnten, bot ihnen das Buch Vorbilder für einen „Dienst an der Heimatfront“. Heldinnen waren jene Frauen, die in der Rüstungsindustrie arbeiteten, Verwundete pflegten oder die Ernährung der Familie unter Mangelbedingungen sicherten. Zur Erziehung gehörte nun der patriotische Blick in die Welt, der ein erzogenes Mädchen zur Opferbereitschaft und Solidarität mit kämpfenden Vätern und Brüdern bewegte. Und dann gab es Tips für Wohlverhalten: Anleitungen für kriegswichtige Tätigkeiten, wie etwa das Stricken von „Liebesgaben“ für Soldaten oder Tipps zur Haushaltführung in der Mangelwirtschaft.