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Rubber. Physical and chemical properties. A technical handbook produced by the co-operation of the Rubber Growers' Association, Inc. and the Research Association of British Rubber Manufacturers.
Rubber. Physical and chemical properties. A technical handbook produced by the co-operation of the Rubber Growers' Association, Inc. and the Research Association of British Rubber Manufacturers.
| Bestellnummer | 169769 |
| ISBN / EAN | - |
| Person / Körperschaft | Dawson, Thomas Rayner and Benjamin Dawson Porritt |
| Titel | Rubber. Physical and chemical properties. A technical handbook produced by the co-operation of the Rubber Growers' Association, Inc. and the Research Association of British Rubber Manufacturers. |
| Untertitel | With a Foreword by Sir Herbert Wright. |
| Auflage | - |
| Erscheinungsjahr | 1935 |
| Ort, Verlag/ Hersteller | London: The Research Association of British Rubber Manufacturers |
| Seiten | XI, 700 Seiten, Mit zahlreichen Tabellen, mathematischen Diagrammen und Abbildungen im Text. |
| Format | 28,5 cm, Leinen |
| Gewicht (Gramm) | 1900 |
| Sprache | Englisch |
| Zustand | gebraucht; gut |
| Beschreibung | Ehem. Bibliotheksexemplar (Literarische Abteilung der Metallgesellschaft A.G., Frankfurt). Etikettierung am Buchrücken, Einband gering fleckig, bestoßen, Stempel und Vermerke auf dem Titelblatt. Innen sauber und ohne Anstreichungen.Zeitgenössische Rezensenten (wie in der berühmten Wissenschaftszeitschrift Nature) schrieben damals voller Ehrfurcht, dass dieses Buch für den Kautschuk-Technologen bald "ebenso unentbehrlich werden wird wie der 'Beilstein' für den organischen Chemiker". Es handelt sich mit exakt 700 Seiten im großen Quart-Format um das damals umfassendste und akribischste Daten- und Handbuch zur Kautschuk-Wissenschaft weltweit. Es bündelt lückenlos alle damals bekannten physikalischen und chemischen Eigenschaften von Naturkautschuk, Vulkanisaten und den ersten synthetischen Gummi-Mischungen. Für die Metallgesellschaft (MG) hatte dieses monumentale britische Handbuch einen unschätzbaren, strategischen Nutzwert: Kautschuk war in den 1930er Jahren einer der kritischsten Mangelrohstoffe der Welt. Die MG war über ihre Konzerntöchter massiv im Bereich der chemischen Spezialstoffe aktiv und hielt unter anderem die Patente für die "Bonder"-Rostschutzverfahren. Da Autoreifen, Dichtungen für U-Boote, Panzerketten-Polster und die Isolierung von Elektrokabeln im Zuge der weltweiten Aufrüstung zwingend aus Gummi gefertigt werden mussten, brauchte das Technische Labor der MG dieses mathematisch-chemische Tabellenwerk. Sie nutzten Dawsons exakte Daten, um die Wechselwirkungen zwischen ihren eigenen chemischen Metallbeschichtungen und den verschiedenen Gummimischungen der Automobil- und Kabelindustrie zu erforschen. 1935/36 ging es aber schon um mehr: zwar steuerte Merton noch den Konzern, aber er tat dies unter den Bedingungen seit September 1934 unter den Bedingungen des ‚Neuen Plans' des Reichswirtschaftsminister Hjalmar Schacht, der eine strikte Devisen- und Importkontrolle anordnete. Rohstoffe durften nur noch ins Land, wenn sie für die Rüstung wichtig waren. Damit standen Merton und seine MG ab 1934 unter dem Druck, den Umgang mit Rohstoffen zu effektivieren und Rohstoffimporte zu minimieren. Anlaß unserer Beschäftigung mit der MG sind Exemplare aus der ehemaligen Konzernbibliothek: Bücher, die in dieser Phase erworben wurden, spiegeln den Übergang zur gelenkten Wirtschaft und die herrschenden Devisenrestriktionen wider. Dies war insbesondere auch beim Umgang mit dem Rohstoff unseres Buches heikel: Kautschuk war neben Erdöl und Aluminium die verwundbarste Achillesferse der deutschen Kriegs- und Autarkiewirtschaft. Ohne Gummi gab es keine Reifen für die Fahrzeuge der Wehrmacht, keine Dichtungen für U-Boote und keine Isolierungen für die Elektrotechnik. Deutschland war zu 100 % von Importen aus den Kolonialgebieten der späteren Kriegsgegner (insbesondere Großbritannien/Malaya) abhängig. In diesem Sinne hatte das Buch von Dawson und Porritt für die unternehmerischen Planungen hohen strategischen Wert. Sie lieferten die damals weltweit präziseste und lückenloseste physikalische und chemische Datenbasis über Rohkautschuk, Vulkanisation, Elastizität und Alterungsprozesse. Für deutsche Chemiker und die Hütten/Laboratorien der MG (und im erweiterten Netzwerk der I.G. Farben) lieferte das Buch exakt die Zielwerte, die man für die Entwicklung und Optimierung des heimischen synthetischen Ersatzkautschuks (Buna) benötigte. Um ein künstliches Material perfekt zu machen, musste man die physikalischen Grenzen des britischen Naturprodukts im Detail kennen. Erschienen 1935 in London, ist das Buch zwischen Anfang und Mitte 1936 in der Frankfurter Konzernzentrale der MG vereinnahmt worden sein. Das ist exakt das Jahr, in dem Hermann Göring den Vierjahresplan verkündete und die absolute Priorität auf die deutsche Kautschuk-Autarkie legte. Das Buch kam also genau in dem Moment nach Frankfurt, als das Wissen über Gummi-Eigenschaften zur geheimen Kommandosache und Überlebensfrage der deutschen Industrie wurde. Die beiden Engländer zählten alle für ihren Umgang mit dem Rohstoff praktierten physikalischen und chemischen Kenntnisse auf. |
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