Ehem. Bibliotheksexemplar (Literarische Abteilung der Metallgesellschaft A.G., Frankfurt). Etikettierung am Buchrücken, Stempel und Vermerke auf dem Titelblatt. Kleberest auf dem Vorder- und Hinterdeckel. Am oberen Buchrücken bestoßen.Finch war ein britischer Chemiker und technischer Berater, der sich auf wasserlösliche Polymere spezialisiert hatte. Die Anwendungen von PVA sind aufgrund seiner Vielseitigkeit weit verbreitet: - Textil- und Papierindustrie (Einsatz als Schlichtemittel zur Stärkung von Garnen sowie als Beschichtungsmittel für Papier, um die Tintenaufnahme und Festigkeit zu verbessern); - Bauwirtschaft (Additiv in Zement und Mörtel zur Verbesserung der Haftung, Flexibilität und Rissbeständigkeit); - Verpackung (Herstellung von wasserlöslichen Beuteln, z. B. für Waschmittel-Pods und Lebensmittelverpackungen mit hoher Barrierewirkung; - Medizin & Pharmazie (Verwendung in Kontaktlinsen, künstlichen Tränen, Tablettenbeschichtungen und Drug-Delivery-Systemen); - Klebstoffe (Basis für Weißleime (Holzleim) und Büroklebstoffe). Die Frankfurter Metallgesellschaft AG (MG) hatte massives wirtschaftliches und technologisches Interesse an den Ergebnissen dieses Buches, da sie über ihre Tochtergesellschaften einer der weltweit bedeutendsten Akteure in der Produktion und Lizenzierung von Polyvinylalkohol-Technologien war. - Die Lurgi GmbH: Das Ingenieurs-Tochterunternehmen der Metallgesellschaft war weltweit führend in der Entwicklung und dem Bau von Industrieanlagen zur Herstellung von Polymeren. Das Buch von Finch lieferte hier das notwendige Verständnis der physikalisch-chemischen Prozesse, um effizientere Produktionsanlagen (z. B. für die Hydrolyse von Polyvinylacetat zu PVA) zu entwerfen und zu verkaufen. - Die Metallgesellschaft hielt über Jahrzehnte enge Verbindungen zur deutschen Chemieindustrie (insbesondere den Hoechst-Nachfolgern). Polyvinylalkohol wurde unter Markennamen wie Mowiol vertrieben. Finch beschrieb in seinem Buch detailliert die verschiedenen Qualitäten und Viskositätsstufen, die für die Vermarktung dieser Spezialchemikalien entscheidend waren. - Die Metallgesellschaft verkaufte nicht nur den Rohstoff, sondern bot auch das technische Know-how ("Engineering") als Dienstleistung. Dabei war das Buch der Leitfaden für die Anwendungsberatung: es half den Ingenieuren der MG, Kunden in der Textil-, Papier- und Verpackungsindustrie weltweit maßgeschneiderte Lösungen für den Einsatz von PVA anzubieten. - Als Konzern, der ursprünglich aus dem Metall- und Rohstoffhandel kam, war die MG an der gesamten Wertschöpfungskette interessiert. Da PVA ein Erdöl-basiertes Produkt war (über Ethylen und Essigsäure), passte das chemische Wissen über dessen Eigenschaften perfekt in die Diversifizierungsstrategie des Konzerns in den 1970er und 80er Jahren.
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