Oil Shale Technical Data Handbook.
(Art.Nr.: 169935)
| Bestellnummer | 169935 |
| ISBN / EAN | 0815508352 |
| Person / Körperschaft | Nowacki, Perry |
| Titel | Oil Shale Technical Data Handbook. |
| Untertitel | - |
| Auflage | - |
| Erscheinungsjahr | 1981 |
| Ort, Verlag/ Hersteller | New Jersey: Noyes Data Corporation |
| Seiten | IX, 308 Seiten. |
| Format | 8° , gebundene Ausgabe |
| Gewicht (Gramm) | 450 |
| Sprache | Englisch |
| Zustand | gebraucht; gut |
| Beschreibung | Ehem. Bibliotheksexemplar (Literarische Abteilung der Metallgesellschaft A.G., Frankfurt). Etikettierung am Buchrücken, Stempel und Vermerke auf dem Titelblatt. Innen sauber und ohne Anstreichungen..Zum Autor als Sammler und Jäger: Perry Nowacki war ein hochspezialisierter amerikanischer Chemieingenieur und technischer Redakteur, der für die renommierte Noyes Data Corporation arbeitete. Er war bekannt durch seiner Recherchen: er spürte aufwendig verstreute, oft geheime oder behördliche Forschungsberichte auf (u. a. des US-Energieministeriums), sichtete und publizierte ihre der 1980er-Jahre in Industriekreisen eine beachtete Adresse. Noyes Mitarbeiter scannten die wöchentlich erscheinende "Official Gazette" des United States Patent and Trademark Office (USPTO), die offizielle Bundesbehörde für Patent- und Markenrecht; sie nutzten das regierungsoffzielle Deklassifikationssytem und die Publikation des vordem geheimen Wissens im National Technical Information Service (NTIS); und sie supervidierten die amtlichen mathematisch-technischen Kerndaten. Für seinen Verlag, Noyes Data Corporation (New Jersey), war dies eine wichtige Geschäftsgrundlage: der Verlag war mit dieser Publikationspolitik in den 1970er- und den Anfängen Ausschreibungen von Forschungsaufträgen, die nach Fertigstellung über das NTIS abrufbar waren. Eine Besonderheit im amerikanischen Wissenssystem: das Gesetz schrieb der Behörde (NTIS) vor, dass sie als permanente und zentrale Sammelstelle (Clearinghouse) für alle wissenschaftlichen, technischen und ingenieurwissenschaftlichen Informationen der Regierung zur Verfügung stehen muß. Und dann der entscheidende gesetzliche Zusatz: das NTIS war verpflichtet, dieses gesammelte Wissen der Öffentlichkeit, der Wissenschaft und vor allem der US-Wirtschaft aktiv zugänglich zu machen und zu verbreiten. Das Ziel dahinter war ökonomisch: Staatlich finanzierte Forschung sollte die Innovation der US-Industrie befeuern. Mit Informationen aus diesen Quellen füllte Noyes ohne Kommentierungsaufwand seine 'Data Handbooks'. Und so gesehen war Noyes Data Corporation war kein Verlag im klassischen Sinne, sondern ein technischer Informationsdienstleister, der Regierungswissen systematisch kommerzialisierte. In unserem vorliegenden Buch : mit Nowickis Ermittlungen in Sachen Ölschiefer und dessen Nutzung als Ölquelle. Ölschiefer ist ein sedimentäres Festgestein, das eine feste, wachsartige organische Substanz namens Kerogen enthält. Man kann dieses Gestein nicht einfach anbohren wie ein Ölfeld. Um an das Öl zu kommen, muss das Gestein im Bergbau über Tage abgebaut, in riesigen Brechern zerkleinert und dann in sogenannten Retortenöfen auf über 450 bis 500 Grad Celsius erhitzt werden. Bei dieser thermischen Zersetzung (Pyrolyse) spaltet sich das feste Kerogen auf und dampft als synthetisches Rohöl ab, das dann kondensiert und raffiniert werden kann. Ein komplizierter verfahrenstechnischer Kraftakt, der Unmengen an Energie und großräumige Apparate voraussetzt. Nowicki beschreibt in diesem Zusammen Retortenparameter, Pyrolysetemperaturen, Produktverteilungen, Gaszusammensetzungen, Aschecharakteristika, Energiebedarf, Apparatebau. Am Rande: als Perry Nowacki das Material zu seinem Oil Shale Technical Data Handbook zusammenstellte, war es allgemeine Grundüberzeugung, man müsse den Schiefer ausgraben und kochen, um an die Energie zu kommen. Und das war ein Lurgi-Geschäft. Doch um die Jahrtausendwende erfanden wiederum die Amerikaner das sogenannte Fracking (Hydraulic Fracturing): sie jagten Fracking-Wasser mit hohem Druck in die Tiefe, das harte Gestein riß auf. Das dort seit Jahrmillionen eingesperrte, bereits flüssige Leichtöl (Shale Oil) und das Erdgas (Shale Gas) wurden befreit und schossen durch ein Bohrrohr nach oben. Damals wie heute waren und sind Energiekrisen das Treibmittel für derartigen Ressourcenzugang. Und damals waren die MG und ihre Lurgi mittendrin im Geschäft. Nowackis Buch war dabei ein Navigationshilfsmittel. Lurgi hatte gemeinsam mit der Ruhrgas AG ein Verfahren entwickelt (das Lurgi-Ruhrgas-Retortenverfahren), das als Mittel Kohleentgasung (bzw. Braunkohlenschwelung) geplant war. Bei Versuchen merkten die Frankfurter Ingenieure, daß sich dieses Verfahren eignete, um Ölschiefer im großen Stil kontinuierlich zu verschwelen. Lurgi war damit weltweit einer der ganz wenigen Lizenzgeber, die funktionierende, großtechnische Anlagen zur Ölschiefer-Extraktion schlüsselfertig anbieten konnten. Gleichzeitig waren umwelttechnologische Lösungen gefordert: beim Erhitzen von Ölschiefer entstanden große Mengen an schwefelhaltigen Abgasen und giftiger Asche. Lurgi war Marktführer für Gasreinigung (Rectisol-Verfahren in Astrachan) und hatte nun Nowackis Handbuch, um die integrierten Umweltschutz- und Entschwefelungsanlagen für zukünftige Schiefer-Fabriken zu dimensionieren. |
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