| Beschreibung | Ehem. Bibliotheksexemplar (Literarische Abteilung der Metallgesellschaft A.G., Frankfurt). Etikettierung am Buchrücken, Stempel und Vermerke auf dem Titelblatt.Zunächst: es ist ein Buch des Vereins Deutscher Ingenieure, Fachgesellschaft Konststofftechnik. Typisch für VDI Handbücher dieser Zeit: es sind kollektiv, redaktionell erarbeitete Fachbände, bei denen die Verantwortung bei der VDI Gesellschaft Kunststofftechnik liegt, nicht bei namentlich ausgewiesenen Einzelautoren. Das Buch ist ein damaliges Standardwerk zur Mischtechnik in der Kunststoffverarbeitung. Systematische Darstellung von Mischaggregaten, Dispergier und Homogenisierprozessen, rheologischen Grundlagen und Qualitätsparametern. Es war damit wichtig für die industrielle Konsolidierung der Compoundiertechnik in den frühen 1980er Jahren. Es lieferte Darstellungen von Mischaggregaten, Dispergier und Homogenisierprozessen, praxisorientiert und normnah. Und bot Antworten auf die wichtigste Frage der frühen 1980er Jahre: wie lassen sich Polymere, Additive, Füllstoffe und Verstärkungsstoffe reproduzierbar, homogen und prozessstabil mischen? Dies betaf insbesondere: das Dispergieren von Pigmenten und Füllstoffen, das Homogenisieren unterschiedlicher Polymerfraktionen, die thermische und rheologische Stabilität während des Mischens, das Qualitätsparameter (Viskosität, Verteilung, Agglomeratabbau). Derartige VDI Publikationen dienten der Standardisierung industrieller Mischprozesse, um: Ausschuss zu reduzieren, Rezepturen reproduzierbar zu machen, Maschinen- und Energieeinsatz zu optimieren, Compoundier und Extrusionsprozesse zu stabilisieren. Die VDI Gesellschaft Kunststofftechnik war (und ist) das zentrale deutsche Ingenieursgremium für Kunststoffverarbeitung. Das Buch gehörte zu einer Reihe von Standardbänden, die die gesamte Prozesskette abdeckten (Compoundieren, Extrusion, FKV Entwicklung etc.). Die MG brauchte dieses Wissen aus Mischen von Kunststoffen (VDI 1983) für konkrete, praktische Fertigungs und Prozessprobleme, die in den 1970er/80er Jahren im Maschinen , Anlagen und Werkstoffumfeld der MG real auftraten: Homogenität, Stabilität, Reproduzierbarkeit und Risikoabschätzung bei polymerbasierten Komponenten, Dichtungen, Beschichtungen und Verbundsystemen. Ein Beispiel: die MG arbeitete in den 1970er/80er Jahren intensiv mit: Gummi und Kunststoffdichtungen, polymeren Beschichtungen für Apparate, Tanks, Rohrleitungen, Kunststoffteilen in chemisch belasteten Anlagen. Ihr Fertigungsproblem: ungleichmäßig dispergierte Additive (Weichmacher, Stabilisatoren, Füllstoffe) führten zu vorzeitiger Versprödung, chemischer Unterbeständigkeit, ungleichmäßiger Schichtdicke, Haftungsproblemen. Die VDI-Fachleute erklärten in ihrem Buch, wie man Additive richtig dispergiert, Agglomerate abbaut und Mischprozesse reproduzierbar macht. Ein weiteres Beispiel im Anlagen- und Maschinenbau: wie ihre Konkurrenten nutzte die MG zunehmend Kunststofflager, Führungen, Isolatoren, Gehäuseteile, Komponenten in Mess und Regeltechnik. Hier war das Fertigungsproblem: schwankende Viskosität und unzureichende Homogenisierung führten zu: Maßabweichungen, inneren Spannungen, unvorhersehbarem Kriechverhalten, Ausfällen unter Temperatur oder Lastwechseln. Das Buch lieferte die rheologischen Grundlagen, um Mischqualität und Materialverhalten vorherzusagen. |