gebraucht; gut - 1 x mittig gefaltet : im Knick leicht gebräunt; mehrere Blätter randrissig, letzte Seite mit ca. 5 x 5 cm großer Fehlstelle ; Insgesamt jedoch gut erhalten - Die 'Rotationsromane' waren eine Notlösung: Ziel war es, „möglichst viel Text auf möglichst wenig Papier für möglichst wenig Geld zu verkaufen“. (Verlagsmitteilung Rowohlt, 1946). Die Idee hatte Heinrich Maria Ledig-Rowohlt von einer USA-Reise mitgebracht. Die anfänglichen Publikationen erschienen in Stuttgart von 1946 bis 1949 zunächst in einem großformatigen Zeitungsdruck. Der Preis: 50 Reichspfennig. Nach der Währungsreform (1948) stieg der Preis auf 1, 00 DM. Die neuen Druckerzeugnisse trugen die Bezeichnung Rowohlt Rotations Romane und die Abkürzung RO-RO-RO. Neben dem zunächst Stuttgarter. später Hamburger Rowohlt Verlag war auch der 1946 gegründete Münchner Verlag Kurt Deschs beteiligt. Aus einer Verlagsmitteilung, München, 1948: "Dreizehn Rotationsromane sind bisher außer dem vorliegenden erschienen ... Wir begannen dieses ungewöhnliche Unternehmen, weil wir in der bisher üblichen Buchproduktion keine Möglichkeit sahen, den ungeheuren Lesehunger der Nachkriegsjahre zu befriedigen. Deshalb druckten wir auf Zeitungspapier, von vornherein keine Qualität vortäuschend, die nicht vorhanden ist, wählten ein Format, das uns den rationellsten Rotationsdruck erlaubt und dadurch bei einer Auflage von 100 000 Stück einen Preis von 50 Pfennig für das einfache Heft ermöglicht. Daß unser Plan richtig war, zeigt sich selbst nach den einschneidenden Veränderungen, die nach den Währungsreformen in allen vier Zonen stattgefunden haben. Schon der erste "RO-RO-RO", den wir im Juli 1948 herausbrachten, war sofort wieder vergriffen Das bestätigte uns, daß der Hunger nach dem billigen guten Buch noch längst nicht gestillt ist. Viele Leserbriefe, die Vorschläge für neue "RO-RO-ROs" enthalten bestärken uns in dem Vorhaben jetzt erst recht dem jungen lesehungrigen Menschen Romane in die Hände zu geben, die nicht nur dem Besten entnommen sind, was die zeitgenössische Literatur bietet, sondern die er auch heute noch bezahlen kann. Wir wollen dabei das gute gebundene Buch, das jetzt wieder leichter herzustellen ist als in den ersten drei Jahren nach Kriegsende, in unserem Verlag nicht vernachlässigen. Aber wir wollen in möglichst schneller Folge noch mehr ,,RO-RO-ROs" herausbringen als früher: John Steinbeck, Jack London, William Faulkner und Albert Camus sollen die nächsten Autoren sein, mit denen wir Sie bekannt machen wollen. Wir erhielten, seit der erste "RO-RO-RO" erschien, mehrere tausend Zuschriften; es wurden so viel, daß wir entgegen unserer ursprünglichen Absicht, jeden Brief zu beantworten, uns nun leider darauf beschränken müssen, an dieser Stelle allen, die uns schrieben und schreiben werden, unseren Dank zu sagen. Eine neue Bitte möchten wir hinzufügen: Versuchen Sie nicht, die "RO-RO-ROs" im Abonnement zu erhalten, und weisen Sie Ihren Buchhändler, der vielleicht aus Gründen der Einfachheit solche Abonnements vergibt, darauf hin, daß er nicht in unserem Sinne handele. "RO-RO-RO" ist keine Zeitschrift, sondern ein aus der Not geborener Ersatz für das gute Buch, das stets nur einen bestimmten Kreis von Lesern haben wird. Jeder Rotationsroman sollte, wenn irgend möglich, nur in die Hände eines Käufers gelangen, der wirklich daran interessiert ist. Sehr viele Zuschriften haben uns unter anderem bestätigt, daß ein Leser, der derart verschiedene Bücher wie etwa "Schloß Gripsholm", "Stalingrad" und "Verließe des Vatikans" mit gleichem Interesse liest, außerordentlich selten ist: im allgemeinen interessiert nur das eine oder andere Buch. Deshalb bitten wir Sie, solange der Büchermangel herrscht, nicht grundsätzlich jeden Rotationsroman zu kaufen; lassen Sie sich beraten von Ihrem Buchhändler und wählen Sie aus." Verlags-Marketing 1948!