VIII, 327 Seiten, mit zahlreichen Fotografien, Flussdiagrammen und Maschinenzeichnungen.
Format
25 cm, Leinen
Gewicht (Gramm)
700
Sprache
Deutsch
Zustand
gebraucht; gut
Beschreibung
Ehem. Bibliotheksexemplar (Literarische Abteilung der Metallgesellschaft A.G., Frankfurt). Etikettierung am Buchrücken, Stempel und Vermerke auf dem Titelblatt. Innen sauber und ohne Anstreichungen.Aage Jørgen Christian Andersen war dänisch-britischer Spitzen-Ingenieur und Spezialist für die industrielle Fettverarbeitung. Er war jahrzehntelang als Chef-Ingenieur für den Weltkonzern Unilever (u. a. in den Fabriken in Purfleet und London) tätig. Nach seinem Ausscheiden aus der Industrie wirkte er als internationaler Berater. Er verfasste vor unserem Buch auch die Publikation "Refining of Oils and Fats for Edible Purposes" (1953). ? Das Buch war das erste umfassende englischsprachige Lehr- und Handbuch, das die Margarineproduktion als exakte chemische Verfahrenstechnik beschrieb. Es arbeitet den gesamten Prozess ab: Die Auswahl der Rohstoffe (Pflanzenöle wie Palmöl, Erdnussöl oder tierische Fette), die chemische Veredelung (Raffination, Hydrierung/Härtung), das Emulgieren mit Milch, das kontinuierliche Kühlen und Kristallisieren in riesigen Walzenapparaten (wie dem Votator-Verfahren) sowie am Ende das maschinelle Verpacken. Dies war Wissen, das die Frankfurter MG-Tochter Lurgi zur Kenntnis zu nehmen hatte: Lurgi war auch Großanlagenbauer für Speisefette. Bei ihr ging es also nicht nur um Gas- und Hüttenwerke, eine eigene, hocherfolgreiche Abteilung für "Fett- und Öltechnologie" (die heutige Lurgi Life Science bzw. Air Liquide Systems) baute - u. a. für Unilever - Großanlagen zur Raffination, Desodorierung und Härtung von Speiseölen (die Lurgi-Spezialität: das Hochvakuum-Verfahren). Wer damals Speiseöle für Margarinenfabriken härten wollte, brauchte Lurgi-Technik. Und die war in der Zeit der Veröffentlichung unseres Buches gefragt: in den 1950er-Jahren war Margarine in Europa der wichtigste Ersatz für die noch immer knappe und teure Butter. Unilever erweiterte damals seine Produktionsstätten im riesigen Stil (wie die Megafabrik in Purfleet).Um die gigantischen Mengen an Rohölen (wie Erdnuss-, Wal- oder Palmöl) für die Margarinenproduktion vorzubereiten, reichten handwerkliche Methoden nicht mehr aus. Lurgi war Monopolist bei der Apparatur für Hochvakuum-Desodorierung: Pflanzliche Rohöle riechen und schmecken im Rohzustand oft streng. Sie müssen vor der Verarbeitung "desodoriert" (gedämpft) werden. Lurgi erfand genau dafür hocheffiziente, kontinuierlich arbeitende Hochvakuum-Anlagen. Unilever kaufte diese Frankfurter Großapparaturen, weil sie die einzigen auf dem Markt waren, die Öle in derart riesigen Mengen absolut geschmacksneutral und vitaminschonend reinigen konnten. Lurgi war Lieferant von Apparaturen zur kontinuierlichen Fetthärtung durch Hydrierung: dabei wurden flüssige Öle mithilfe von Wasserstoff und Nickel-Katalysatoren in streichfähiges Fett verwandelt. Und dies war dann auch das Verfahren, vom dem Andersen in seinem Buch als gebotenem Standard berichtete.
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