| Beschreibung | Ehem. Bibliotheksexemplar (Literarische Abteilung der Metallgesellschaft A.G., Frankfurt). Etikettierung am Buchrücken, Stempel und Vermerke auf dem Titelblatt. Innen sauber und ohne Anstreichungen.US-amerikanischer Forschungsbericht (1957) zur Wirkung von Fremd- und Spurenelementen sowie deren Wechselwirkungen auf die Hochtemperaturfestigkeit von Fe-Co-Ni-Cr-Legierungen. Systematische Untersuchung von Mikrolegierungen, Kriech- und Zeitstandverhalten sowie Gefügeänderungen. Bedeutendes Dokument der frühen Superlegierungsforschung der 1950er Jahre. Ein offizieller Forschungsbericht des Wright Air Development Center (WADC), U.S. Air Force, der über ASTIA (Armed Services Technical Information Agency) unter der Dokumentnummer AD 142237 verbreitet wurde. Dies war die standardisierte Identifikationsformel für US-militärische Werkstoff- und Hochtemperaturforschung der 1950er Jahre. Für die MG war dieser Bericht aus vier Gründen handlungsentscheidend: (1) er stellte ein Frühwarnsystem für neue Hochtemperaturwerkstoffe bereit. Die MG war in den 1950er Jahren Rohstoff , Prozess und Anlagenkonzern, der weltweit Metallströme, Legierungen und Prozessrisiken beobachten musste. Ein Bericht über Fe Co Ni Cr Legierungen, Mikrolegierungen, Hochtemperaturfestigkeit, Kriech und Zeitstandverhalten war für die MG ein Signalbericht (Welche neuen Legierungen entstehen in den USA? Welche Elemente wirken schädlich oder nützlich? Welche Trends zeichnen sich für Hochtemperaturtechnik ab). Die MG wollte nicht selbst Superlegierungen produzieren - aber sie musste wissen, welche Legierungen ihre Kunden, Partner und Konkurrenten bald einsetzen würden. (2) Er ermöglichte Risikoabschätzung für Beschaffung, Handel und Prozessführung. Fe Co Ni Cr Legierungen sind extrem elementintensiv. Für die MG bedeutete das: Nickel und Kobaltbedarf einschätzen, Chrom und Eisenströme bewerten, Preis und Versorgungsrisiken erkennen, Einfluss von Spurenelementen auf Qualität und Ausschuss verstehen. In diesem Zusammenhang zeigt der Bericht, welche Spurenelemente (B, C, N, O, S, P, Si, Mn, Mo, W, Ti, Al usw.) die Hochtemperaturfestigkeit beeinflussen. Für die MG war das kritisches Wissen, weil sie: Metalle handelte, Legierungsmetalle bereitstellte und Prozessrisiken ihrer Kunden einschätzen musste. (3) Know how für Kundenberatung und Anlagenbau (Lurgi / Metallurgie). Die MG war ein Wissenskonzern: Sie verkaufte nicht nur Metalle, sondern Prozesswissen. Ein Bericht über die Wechselwirkungen von Mikrolegierungen war für Lurgi (Anlagenbau, Hochtemperaturprozesse), Metallgesellschaft (Handel, Beratung), Degussa Umfeld (Katalysatoren, Spezialmetalle) ein Werkzeug, um Kunden zu beraten (Welche Legierungen halten 700?°C aus? Welche Mikroelemente verursachen Versprödung? Welche Legierungen sind für Turbinen, Öfen, Reaktoren geeignet?). (4) Wichtig war schließlich die Beobachtung der US amerikanischen Militärforschung. WADC Berichte waren strategische Dokumente. Die MG wollte wissen: welche Legierungen die USA für Luftfahrt, Raketen, Turbinen entwickeln, welche Materialstandards sich durchsetzen, welche Elemente knapp werden könnten, welche Technologien in Europa bald nachgefragt würden. ASTIA Nummern (AD Dokumente) waren für die MG bei alledem ein Fenster in die US Forschung. |