gebraucht; sehr gut - Howl" von Allen Ginsberg (1926 - 1997) ist sein berühmtester Gedichtband. Ginsberg war gemeinsam mit Kerouac und Burroughs ein dichtender Vertreter der 'Beatgeneration'. Detlef Kuhlbrodt (Autor, Feuilletonist bei TAZ, ZEIT u.a.), erinnert sich an seine eigene Überwältigung bei der Lektüre: "Sein berühmtestes Werk, der 1956 erschienene Band Howl, war ähnlich einflussreich wie Jack Kerouacs On The Road (1957) - eine ellenlange Hymne auf die im Krieg entwurzelten und geschlagenen jungen Männer , auf speedsüchtige Tramps, auf die tote Mutter. Dieses Gedicht ist eine Feier der Selbstverzehrung, ein Aufstand gegen die prüde McCarthy-Gesellschaft, ein spontaneistisch-jüdisch-buddhistisch geprägtes pazifistisches Manifest auch. Es ging um die Befreiung nicht nur der Homosexualität von internalisierten Zwängen, und es gab ein pantheistisches Finale: "holy, holy, holy, holy...". Wie die Bebop-Musik jener Zeit sollte es die Zuhörer am Akt der Befreiung, deren Zeugnis Howl sein wollte, teilhaben lassen." (in: Die ZEIT online, 20. 12. 2010) Ginsberg trug sein Gedicht öffentlich zum ersten Mal am 7. Oktober 1955 vor. 1957 beschlagnahmte die Polizei 520 Exemplare des Buches 'Howl and other poems'. Gegen den Verleger Lawrence Ferlinghetti wurde Anklage erhoben. Der Vorwurf: das Titelgedicht sei 'obszön'. Die American Civil Liberties Union unterstsützte Ferlinghetti, Literaturwissenschaftler bescheinigten dem Gedicht eine herausragende gesellschaftliche Bedeutung. Freispruch und Bekanntheit: über den Prozeß wurde landesweit berichtet, Gedicht und Autor waren im Gespräch. 2010 machte sich Hollywood an den Fall: die US-amerikanischen Regisseure Rob Epstein und Jeffrey Friedman drehten einen Film, der den Hauptdarsteller das Gedicht vortragen, im Stil einer Dokumentation die folgenden politischen, gesellschaftlichen und juristischen Turbulenzen stattfinden, Ginsberg als Autor nachdenken ließ. Kuhlbrodts Urteil: "Letztlich ist Allen Ginsbergs Gedicht Howl ja eine Totenfeier (schon in der Anfangszeile: "I saw the best minds of my generation destroyed by madness..." ) und Beschwörung augenblicksbezogener Ekstasen, die zum Mitmachen und Proselytentum aufforderten. Und weil das alles schon so lange her ist, hat dieser Film, der versucht, die damalige Begeisterung mitzuteilen, und uns noch einmal zum Mitmachen auffordern möchte, auch etwas Vergebliches."