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Herstellung und Verarbeitung von Kunstharzpreßmassen. Ein Handbuch für die Praxis (in einem Band zusammengefaßt).
Herstellung und Verarbeitung von Kunstharzpreßmassen. Ein Handbuch für die Praxis (in einem Band zusammengefaßt).
| Bestellnummer | 169909 |
| ISBN / EAN | - |
| Person / Körperschaft | Brandenburger, Kurt |
| Titel | Herstellung und Verarbeitung von Kunstharzpreßmassen. Ein Handbuch für die Praxis (in einem Band zusammengefaßt). |
| Untertitel | - |
| Auflage | 2. völlig neubearbeitete und erweiterte Auflage. |
| Erscheinungsjahr | 1938 |
| Ort, Verlag/ Hersteller | München : J. F. Lehmanns Verl. |
| Seiten | 355 Seiten mit zahlreichen technischen Zeichnungen von Preßformen, Maschinenabbildungen und Tabellen. |
| Format | Lw. |
| Gewicht (Gramm) | 400 |
| Sprache | Deutsch |
| Zustand | gebraucht; aktzeptabel |
| Beschreibung | Ehem. Bibliotheksexemplar (Literarische Abteilung der Metallgesellschaft A.G., Frankfurt). Etikettierung am Buchrücken, Stempel und Vermerke auf dem Titelblatt. Vorsatzblatt im Falz eingerissen. Bindung fest. Innen sauber und ohne Anstreichungen.Kurt Brandenburger war Ingenieur und Spezialist in Sachen früher Kunststofftechnik: u. a. die Konstruktion von Pressen und Formen für duroplastische Kunststoffe (Phenol- und Harnstoffharze). Sein Buch liefert eine Anleitung für den gesamten industriellen Fertigungsprozess. Es erklärt die Chemie der Rohmassen, das Verhalten beim Heißpressen, den Aufbau von hydraulischen Pressen, die exakte Konstruktion von Stahlformen sowie das fehlerfreie Einpressen von Metallteilen (Gewindebuchsen, Kontakte). Für diese Wissensaufbereitung gab es zwingende Gründe: im Jahr 1938 ging es unter dem NS-Regime um die maximale Steigerung der Produktion bei gleichzeitigem Importstopp für ausländische Metalle. Kunstharze sollten überall dort eingesetzt werden, wo man vorher Zink, Messing oder Aluminium verbaut hatte (z. B. Radiogehäuse, Schalter, Griffe, Isolatoren). Für die MG war diese Entwicklung geschäftsschädigend. Der politisch forcierete 'Siegeszug' der Kunstharzpressmassen bedrohte das Kerngeschäft. Wenn Siemens, AEG oder Bosch ihre Schalter und Bauteile nicht mehr aus Messing oder Kupferblech bauten, sondern aus Phenolharz (Bakelit) pressten, verlor die MG gigantische Absatzmärkte. Die „Literarische Abteilung“ konnte in diesem Zusammenhang aus Brandenburgers Buch lernen, wie weit die metallverdrängende Kunststofftechnik mechanisch und thermisch bereits ausgereift war. Gleichzeitig war diese neue Herstellungsart ein Geschäftsfeld: Verbundwerkstoffe (Einspritzteile). Kunstharzbauteile in der Elektrotechnik funktionieren selten ohne Metalleinsätze (z.B. Messingstifte in Steckern). In dem Buch konnten die MG-Techniker nachvollziehen, welche exakten metallurgischen Eigenschaften diese Metalleinlagen besitzen mussten, um den immensen Drücken und Temperaturen in den Pressformen standzuhalten. Das half der MG, maßgeschneiderte Legierungen an die boomende Kunststoffindustrie zu liefern. Schließlich war auch die MG-Tochter Lurgi gefragt: die Herstellung der Kunstharze basierte auf Phenol, Kresol und Formaldehyd. Die MG-Tochter Lurgi baute Anlagen zur Kohlenwertstoffrückgewinnung (Teerdestillation), bei denen genau diese Phenole als Nebenprodukt anfielen. Hier mußte man verstehen, wie diese chemischen Grundstoffe zu Preßmassen veredelt wurden, um das eigene Rohstoffportfolio für die chemische Industrie strategisch optimal zu platzieren. |
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