Herausgegeben vom Literarischen Bureau der Siemens-Schuckertwerke
Auflage
-
Erscheinungsjahr
1922
Ort, Verlag/ Hersteller
Berlin, Leipzig: Vereinigung wissenschaftlicher Verleger Walter de Gruyter & Co.
Seiten
XVI, 224 Seiten mit 365 Abbildungen, Schaltskizzen und technischen Zeichnungen im Text.
Format
Gz.
Gewicht (Gramm)
250
Sprache
Deutsch
Zustand
gebraucht; gut
Beschreibung
Ehem. Bibliotheksexemplar (Literarische Abteilung der Metallgesellschaft A.G., Frankfurt). Etikettierung am Buchrücken, Stempel und Vermerke auf dem Titelblatt. Innen sauber und ohne Anstreichungen.Das Buch war eine praxisnahe Anleitung für die Starkstrom- und Lichtinstallationen der frühen 1920er Jahre. Behandelt wurden: Leitungsverlegung, elektrische Lichtanlagen (Glühlicht), die Installation von Elektromotoren für den Maschinenantrieb, die Elektrifizierung von Fabriken, Wohnhäusern und landwirtschaftlichen Großbetrieben, sowie Unfall- und Feuersicherheit nach den damals brandneuen VDE-Vorschriften. Der geschichtliche Hintergrund: in der Weimarer Republik vollzog sich der radikale Wandel weg von der Dampfmaschine hin zum elektrischen Einzelantrieb in den Fabrikhallen. Das Buch lieferte die exakten mathematischen und handwerklichen Blaupausen, um diese Netze sicher und effizient aufzubauen. Das galt auch für die MG und ihre Töchter: das Jahr 1922 war das Jahr der galoppierenden Inflation in Deutschland. Sachwerte und Modernisierungen waren gefragt. Die MG besaß riesige Bergwerke und Metallhütten, die in diesen Jahren im Eiltempo von Dampf- auf Elektroantrieb umgestellt wurden. Um die gewaltigen Drehstrommotoren für Gesteinsmühlen, Förderanlagen und Gebläse fehlerfrei zu installieren, brauchten die konzerneigenen Ingenieure der MG und der Tochter Lurgi dieses Siemens-Handbuch von Stern als tägliches Nachschlagewerk. Zugleich war die MG bei dieser technischen Konversion mitten im Geschäft: elektrische Installationen für Licht und Kraft benötigen große Mengen an Kupfer (für die Leitungen) und Blei (für die damals üblichen bleiummantelten Kabel im Erd- und Untertagebau). Die MG war der dominierende Metallhändler Deutschlands. Aus Sterns Buch konnten die Frankfurter Strategen präzise herauslesen, welche Kabeltypen, Leitungsquerschnitte und Isolationsmaterialien Siemens standardisierte. Das half der MG, ihre Kupfer- und Bleilieferungen exakt auf die Nachfrage der Elektroindustrie abzustimmen. Schließlich betrieb Lurgi chemische Anlagen und ihre Mutter MG Metallhütten, in denen aggressive, feuchte oder explosive Atmosphären Produktionsnebenwirkungen waren. Sterns Kapitel über „Unfall- und Feuersicherheit“ sowie die Fehlerortsbestimmung gaben beiden Betrieben das nötige Rüstzeug, um teure Kurzschlüsse, Brände oder tödliche Stromunfälle in den eigenen Werken zu verhindern.
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