gebraucht; gut - Friedrich Stoltze (1816 - 1891) war Dichter, Schriftsteller, Journalist und Verleger in Frankfurt am Main.Er war lebenslang politisch aktiv: er kämpfte für die nationale Einigung und dabei für einen republikanisch verfaßten Staat. Er wuchs zweisprachig auf: seine Mutter stammte aus Frankfurt, sie sprach Dialekt, sein war Vater aus dem plattdeutschen Fürstentum Waldeck (Hörle), er sprach vorwiegend Hochdeutsch. Der Sohn übernahm die Vatersprache für seine politischen Parteinahmen, er nutzte die Muttersprache für seine lyrischen Bekenntnisse und satirischen Provokationen (Wochenzeitschrift 'Latern'). Sein Vater war Wirt einer prominenten Gastwirtschaft: hier trafen sich liberal und demokratisch gesinnte Frankfurter. Sein Sohn war Nutznießer des wirtschaftlichen Erfolg. Er wurde durch einen Privatlehrer geschult: Friedrich Karl Ludwig Textor (1775 - 1851), ein Cousin Johann Wolfgang Goethes, der als 19jähriger Mundartdichter ('Prorector, 1774), habilitierter Jurist und bankrotter Anwalt seinen Lebensunterhalt mit Privatunterricht in Deutsch, Geschichte, Geographie und Alten Sprachen verdiente. Nach einer komplizierten Schulzeit - Konflikt zwischen einem aufgeklärt katholischen (Pfarrer) und zwanghaft pietistischen Erziehungsvertreter (Rektor) - vom Vater verordnet: eine Kaufmannslehre, die er zum Teil in Frankreich absolvierte. Dort entstand ein erstes Stück Literatur: ' Bundeslied der Deutschen in Lyon' (1838), das Mendelssohn 1846 vertonte. Auf den Weg gebracht hatte ihn eine Bewohnerin des Hauses, in dem er seine Lehre begonnen hatte: Marianne von Willemer, die ungenannte Mitarbeiterin an Goethes 'west-östlichen Divan', drängte ihn zum Ausleben seines 'poetischen Talents'. Ob Mundart oder Hochdeutsch - dieses Talent verschaffte ihm ein aufregendes Leben zwischen Zensur, Inhaftierungen, Geldstrafen, Hausdurchsuchungen, Beschlagnahmungen. Sein Schutz: die freie Reichsstadt Frankfurt. Seine Gegner: Preußen, das Großherzogtum Hessen.