| Beschreibung | Ehem. Bibliotheksexemplar (Literarische Abteilung der Metallgesellschaft A.G., Frankfurt). Etikettierung am Buchrücken, Stempel und Vermerke auf dem Titelblatt. Innen sauber und ohne Anstreichungen.Das Werk bietet eine umfassende Darstellung der technischen, wirtschaftlichen und volkswirtschaftlichen Bedeutung von Ölen und Fetten und verbindet Rohstoffkunde, Verfahrenstechnik und Marktanalyse zu einem geschlossenen Überblick. Rickmers beschreibt Gewinnung, Raffination, chemische Umwandlung und industrielle Nutzung und zeigt zugleich die Rolle dieser Stoffe in Ernährung, Handel und globaler Wirtschaft der frühen Nachkriegszeit. Peter Friedrich Rickmers war ein deutscher Fachmann für Öle- und Fettchemie, der in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu Rohstoffkunde, Verarbeitung und industrieller Nutzung publizierte. Er gehörte zu jener Generation deutscher Chemiker, die die Öle- und Fettindustrie aus der handwerklichen Tradition herauslösten und als moderne, technisch und wirtschaftlich integrierte Branche beschrieben. Seine Arbeiten sind bedeutsam, weil sie die Verbindung von Rohstoffchemie, Verfahrenstechnik und globaler Wirtschaft früh und klar herausarbeiteten – ein Ansatz, der die spätere Entwicklung der Fettchemie prägte. Die Metallgesellschaft war traditionell stark im internationalen Handel mit agrarischen Rohstoffen, Ölsaaten, pflanzlichen und tierischen Fetten sowie deren veredelten Produkten engagiert. Rickmers’ Werk bot die technischen Grundlagen, die wirtschaftlichen Zusammenhänge und die Marktstrukturen, die für Einkauf, Verarbeitung, Qualitätskontrolle und strategische Entscheidungen im Bereich der Öle- und Fettwirtschaft unverzichtbar waren – ein Schlüsselband für die Rohstoff- und Chemiesparten des Konzerns. Dies bedarf einer Erläuterung: die Metallgesellschaft war kein seit den 90iger Jahren des 19. Jahrhunderts kein reiner „Metallhändler“, sondern ein Rohstoffkonzern. Agrarprodukte wie Ölsaaten, Fette, Getreide, Futtermittel und pflanzliche Rohstoffe waren ökonomisch und logistisch denselben Mechanismen unterworfen wie Erze, Metalle und Mineralien: saisonale Produktion, globale Nachfrage, Transportabhängigkeit, Lagerfähigkeit, Preisvolatilität. Die MG betrieb seit dem späten 19. Jahrhundert eigene Lagerhäuser, Silos, Hafenanlagen und Transportlinien. Diese Infrastruktur ließ sich problemlos für agrarische Rohstoffe nutzen. Agrarprodukte erfordern große Vorfinanzierungen, Absicherung gegen Preisschwankungen, internationale Arbitrage. Die MG war darin seit ihrer Gründung 1881 Meisterin. Die MG war zugleich früh in der chemischen Industrie aktiv (Fette, Öle, Seifen, technische Fette, später auch Oleochemie). Agrarprodukte waren dafür essenzielle Rohstoffe. In der Zwischenkriegszeit: starke Ausweitung auf Getreide, Futtermittel, pflanzliche Rohstoffe. Die MG wird zu einem der großen deutschen Rohstoffhändler. Nach 1945: erneuter Ausbau. Nun mit stärkerer Integration in die chemische Industrie und die entstehende Oleochemie. 1950er Jahre. Der Bereich ist fest etabliert; Bücher wie Rickmers’ Öle und Fette spiegeln genau diese Phase. |