gebraucht; aktzeptabel - Einband, Schnitt und erste Blätter stockfleckig - Das Buch erschien erstmals 1926 und sorgte für Aufsehen: der DNVP-Reichstagabgeordnete Walther Lambach - ein Grenzgänger zwischen nationalkonservativen und sozialpolitischen Prinzipienfestigkeiten - lieferte im Namen eines fiktiven Durchschnittsparlamentariers Müller–Hinterwalden aus Neustadt Eindrücke eines Neulings im parlamentarischen Alltag. Bei seiner erlebnis-gestützten Schilderung der Anfängerbemühungen ging es Lambach vo allem um die Allgegenwart informeller Abläufe und Insider-Netzwerkerei. Er hatte bei seiner Erzählung spektakuläre Hilfe: sein Franktionskollege Johann Georg von Dietz, der 1924 ins Parlament eingezogen war, lieferte eine Sammlung von rund 600 Fotos, von denen Lambach mehr als 50 in seinem Buch verwertete - Schnappschüsse jenseits pressefotografischer Routineaufnahmen. Seine Geschichten und von Dietz' Bilder dokumentierten das Bemühen der Volksvertreter im Spagat zwischen Verfassungsauftrag und persönlicher Auftragsarbeit. Der Staatsrechtler und frühere Bundestagsjurist Philipp Austermann hält das Buch deshalb für eine relevante Quelle: Sambach habe versucht, gegenüber den Institutionen und allen Parteien fair zu sein. Er habe erkannt, dass im Volk noch nicht verstanden wurde, dass die Rolle des Reichstags und der Abgeordneten in der parlamentarischen Demokratie eine andere geworden war als im Kaiserreich. (Philipp Austermann, Der Weimarer Reichstag. Die schleichende Ausschaltung, Entmachtung und Zerstörung eines Parlaments, Köln 2020)