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    Startseite » Büchernachlässe / Kataloge » Lieferung Nr. 3 » Die Allgemeinheit des Kolloidzustandes. Kolloides und kristalloides Lösen und Niederschlagen, Bd. 1.
    Die Allgemeinheit des Kolloidzustandes. Kolloides und kristalloides Lösen und Niederschlagen, Bd. 1.
    (Art.Nr.: 169798)
    (Art.Nr.: 169798)
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    Die Allgemeinheit des Kolloidzustandes. Kolloides und kristalloides Lösen und Niederschlagen, Bd. 1.

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    Medium: Bücher
    Zustand: gebraucht; gut
    Ort/Verlag/Hersteller: Dresden : Th. Steinkopff
    Jahr: 1925
    Auflage: 2. durchges. u. erw. Aufl.
    Umfang/Format: XVI, 505 S.; Mit 134 Abb., 2 Taf. u. zahlr. Tab.: Groß-Oktav (gr. 8°)..
    Einband: Lw.
    Person/ Körperschaft: Weimarn, Petr Petrovic von,
    Urpsrungsland: DE
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    • Beschreibung
    Beschreibung
     
    Bestellnummer169798
    ISBN / EAN-
    Person / KörperschaftWeimarn, Petr Petrovic von,
    TitelDie Allgemeinheit des Kolloidzustandes. Kolloides und kristalloides Lösen und Niederschlagen, Bd. 1.
    UntertitelAus d. Russ. übers. von S. F. Slokasow. Für d. 2. Aufl. bearb. von Alfred Kuhn.
    Auflage2. durchges. u. erw. Aufl.
    Erscheinungsjahr1925
    Ort, Verlag/ HerstellerDresden : Th. Steinkopff
    SeitenXVI, 505 S.; Mit 134 Abb., 2 Taf. u. zahlr. Tab.: Groß-Oktav (gr. 8°).. 
    FormatLw.
    Gewicht (Gramm)900
    SpracheDeutsch
    Zustandgebraucht; gut
    BeschreibungEin zweiter Band war geplant, wurde aber nicht realisiert. Der erste Band wurde mit Unterstützung der japanischen „Keimei“-Gesellschaft zu Tokyo gedruckt. Ehem. Bibliotheksexemplar (Literarische Abteilung der Metallgesellschaft A.G., Frankfurt). Etikettierung am Buchrücken, Stempel und Vermerke auf dem Titelblatt.. Innen sauber und ohne Anstreichungen.Bereits die bibliographische Erfassung des Buches ist eine Entdeckungsreise: hier hat der deutschstämmige Pjotr Petrowitsch von Weymarn (1879 - 1935), der als Abkömmling aus deutsch-baltischem Adelsgeschlecht in der Oktoberrevolution seinen Petersburger Boden unter den Füßen verloren hatte und 1921 nach Japan geflohen war, in seinem neuen Exil in russischer Sprache zum Thema der ‚Allgemeinheit des Kolloidzustandes' geforscht und geschrieben. Das kam wie auch immer in die Hände eines Jekaterinenburger Wissenschaftlers, der in Karlsruhe studiert und promoviert hatte. Der übersetzte die Botschaften seines Kollegen in Sachen Muttersprache auf Betreiben einer japanischen Stiftung, die als ‚Zweck' Mittel für Pionierarbeiten in verschiedenen geistes- und naturwissenschaftlichen Disziplinen bereitstellte, ins Deutsche und ermöglichte die aus Japan betriebene Veröffentlichung bei dem renommierten Dresden-Leipziger Fachverlag Theodor Steinkopff. Dort war ein hauseigener Experte zuständig: Alfred Kuhn (1895 -1960), der als ‚wissenschaftlicher Begleiter' des Textes die Rohübersetzung Slokasows stilistisch bearbeitete und die Befunde aus Japan um die neuesten westeuropäischen Forschungsergebnisse erweiterte. Dies alles machte das Buch zu einem fachlich bemerkten Standardwerk. Dabei war das Interesse des Verlages war nachvollziehbar: von Weimarn war als bedeutender russischer Chemiker und Mitbegründer der modernen Kolloidwissenschaft (Dispersoidchemie) bekannt. Man rechnete mit ihm als Vertreter der damals revolutionären These, dass der kolloidale Zustand kein Merkmal bestimmter Stoffe ist, sondern eine allgemeine physikalische Eigenschaft fast jeder Materie unter den richtigen Bedingungen. Und das war eine Feststellung mit Folgen Bis dahin glaubte man nach Thomas Graham, die Welt sei streng geteilt: in "Kristalloide" (wie Salz oder Zucker, die durch Membranen wandern) und "Kolloide" (wie Leim oder Gelatine, die das nicht tun). Von Weimarn behaupetete nun: Kolloid ist kein Stoff, sondern ein Zustand. Jede Materie - selbst Gold, Salz oder Granit - kann kolloidal sein, wenn man sie nur fein genug zerteilt (zwischen 1 und 100 Nanometer). Wenn aber jeder Stoff kolloidal werden kann, gelten für alle Stoffe in diesem Zustand dieselben physikalischen Gesetze: u. a. die Brownsche Molekularbewegung, die Oberflächenvergrößerung. Für den industriellen Umgang mit Werkstoffen war dies ein Initiationssignal: wenn deren Zustand nur von den Bedingungen abhängt, kann die Industrie jeden gewünschten Stoff gezielt in diesen Zustand zwingen - ein Prozeß, der sich durch von Weimarns Gesetze der Übersättigung und Ausscheidungsgeschwindigkeit steuern ließ. Mit überraschenden Ergebnissen: Stoffe im Kolloidzustand verändern ihre Eigenschaften drastisch (Farbe, Leitfähigkeit, Schmelzpunkt, chemische Reaktivität). Durch gezielte "Kolloidisierung" konnte man plötzlich Katalysatoren hochaktiv machen oder neue, extrem stabile Emulsionen und Suspensionen (wie Lacke, Kunststoffe oder flüssige Treibstoffe) designen. Für die MG war dies Grundlagenwissen in einem ihrer Kerngeschäfte: für sie als Metall- und Bergbaukonzern war die u. a. die Flotation ein wichtiges Verfahren zur Trennung von wertvollem Erz und taubem Gestein. Und diese Flotation war Forschung des japanischen Petersburgers in actu: sie basierte physikalisch auf dessen Kolloid- und Grenzflächenchemie (Benetzung von Partikeln, Oberflächenspannung, Schaumstabilität). Sein theoretisches Wissen war für die Optimierung dieser Trennprozesse beherrschungsrelevant. Zugleich war Lurgi Weltmarktführer bei der elektrostatischen Gasreinigung (Entstaubung von Hüttengasen). Industrieller Rauch und Staub sind Aerosole - also kolloidale Systeme (feste Partikel in Gasen). Das Verständnis darüber, wie sich diese Feinstpartikel agglomerieren (zusammenballen) und niederschlagen, war für die Lurgi-Ingenieure Kern ihrer täglichen Praxis. Nun hatte dieses Buch eine lange Vorgeschichte. Die erste Auflage war im Jahr 1912 ebenfalls bei Steinkopff erschienen: als Druck einer Vortragsreihe, die Weimarn vor der Russischen Chemischen Gesellschaft gehalten hatte. Das Wissen von damals hatte er im japanischen Exil in vielen Versuchen mit weiteren Stoffen erweitert und dabei seine Grundannahme bestätigt. Diese neuen Befunde waren Teil der Erweiterung unserer zweiten Auflage von 1925. Für die Fachleute fast interessanter waren aber die Zutaten Alfred Kuhns, der insbesondere die Untersuchungsergebnisse der deutschen Schule der Kolloidchemie und dabei die Arbeiten von Wolfgang Ostwald und dem Chemienobelpreisträger 1925 für Chemie, Richard Zsigmondy' zusammenfaßte. Gleichzeitig wurde dieses zweite Auflage durch mikroskopische Abbildungen, Tabellen und mathematischeGrafiken (134 Abbildungen und Sondertafeln) erweitert, die insbesondere die theoretischen "Gesetze der Übersättigung" für Industrie-Laboranten visuell nachvollziehbar machen sollten. Und mit alledem trafen sich Buch und Lurgi-Wiisensbedarf auf den Punkt: 1925 war man in den Frankfurter Laboren am Tüfteln. Es ging um die bereits genannte Flotation. Lurgi Ingenieure waren bei der Entwicklung der ‚selektiven Flotation'. Bisher galt verkürzt: man konnte Metalle allgemein von Fremdmaterial trennen. Nun ging es um ein Schaumtrennverfahren, das bei der Ausschwemmung zum Beispiel die Selegation von Bei und Zink ermöglichte. Dabei war das Wissen aus der 2. Auflage unseres Buches über Oberflächenspannung und Koagulation Versuchsvoraussetzung.


     

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