gebraucht; aktzeptabel - Exlibris auf dem Innenbuchdeckel; der hintere Buchdeckel fehlt, vorderes Gelenk brüchig, einige Seiten unaufgeschnitten. - Ernst Krieck (1882 - 1947) steht für eine Ausnahmekarriere. Als Arbeiterkind (Vater Maurer und Kleinbauer) entschied er sich nach der Realschule für eine Ausbildung zum Volksschullehrer. Er war danach von 1900 bis Mitte der zwanziger als Lehrer in Baden tätig. Während seiner Arbeit begann er seit 1910 publizistisch tätig zu werden. Für sein Buch 'Philosophie der Erziehung' (1922) erhielt er die Ehrendoktorwürde der Heidelberger Universität. Nach vier Jahren als freier Schriftsteller erhielt er 1928 einen Ruf an die Pädagogische Akademie in Frankfurt a.M. In dieser Zeit pointierte Krieck seine Konservativen Positionen z. B. zur 'Deutschen Kulturpolitik' zu dezidiert völkisch-nationalen Exklusionsprogrammen. Er wurde Mitglied im antisemitischen 'Kampfbund für deutsche Kultur' (KfdK), rief bei einer Sonnenwendfeier 1931 ein 'Heil auf das Dritte Reich' aus und trat der NSDAP bei. (Folgen: Strafversedtzung und später Suspendierung). Am 26. April 1933 wurde er als erster Nationalsozialist Universitätsrektor: als Professor für Pädagogik und Philosophie an der Universität Frankfurt. Eine seiner ersten Amtshandlungen am 10. Mai 1933: der Aufruf zur Bücherverbrennung. Einladung an die "Gesamtheit der Professorenkollegien zu der Verbrennunng der marxistischen und korruptionistischen Schriften...mit Musik". - Hinweis: die einschlägigen antiquarischen Bücher aus unserem Bestand sind Dokumente deutscher Gesinnungsgeschichte. Sie sind Grundlage für ein politisch zurechnungsfähiges Verständnis des Faschismus. Insofern ist unser Angebot eine dezidierte Aufforderung zur Parteinahme gegen Strukturen und Gesinnungen, die den Nationalsozialismus ermöglichten. Und dies ist vor dem Hintergrund aktueller Politdebatten zukunftsentscheidend.