Der Einfluß von Aluminium im Eisen und im Zinkbad auf den Zinkangriff.
Untertitel
(= Forschungsberichte des Wirtschafts- und Verkehrsministeriums Nordrhein-Westfalen; Nr. 620)
Auflage
-
Erscheinungsjahr
1958
Ort, Verlag/ Hersteller
Köln: Westdeutscher Verlag
Seiten
29 Seiten, Mit 30 Abbildungen (darunter zahlreiche mikro-metallurgische Gefügeaufnahmen) und 1 6 Seiten.
Format
30 cm, Broschiert
Gewicht (Gramm)
300
Sprache
Deutsch
Zustand
gebraucht; gut
Beschreibung
Ehem. Bibliotheksexemplar (Literarische Abteilung der Metallgesellschaft A.G., Frankfurt). Etikettierung am Buchrücken, Stempel und Vermerke auf dem Titelblatt. Innen sauber und ohne Anstreichungen.Dieses Buch befasst sich mit der Feuerverzinkung, also dem Schutz von Eisen und Stahl vor Rost durch ein flüssiges Zinkbad. Horstmann war ein renommierter Forscher am renommierten Max-Planck-Institut für Eisenforschung in Düsseldorf. Er klärt in dieser Arbeit eine der wichtigsten chemischen Kernfragen der damaligen Oberflächentechnik: wie verändert die Zugabe von winzigen Mengen Aluminium im Zinkbad das Reaktionsverhalten und die Qualität der Schutzschicht? Er untersucht dabei die diffusionschemischen Vorgänge beim Feuerverzinken. Und er weist dabei nach, wie Bruchteile von Prozenten an Aluminium im flüssigen Zinkbad die unerwünschte, spröde Eisen-Zink-Legierungsschicht hemmen und so zu extrem biegesteifen, glatten Zinkoberflächen führen. Für die Metallgesellschaft (MG) war dieser Forschungsbericht von eine elementare Arbeitsunterlage für das operative Kerngeschäft: Die MG war über ihre Konzerntöchter und Beteiligungen einer der größten Zinkproduzenten und -händler Deutschlands. Gleichzeitig vertrieb sie chemische Spezialzusätze für die Galvanik- und Oberflächenindustrie. Das Technische Labor der MG nutzte Horstmanns exakte Kennlinien und Gefügebilder, um die eigenen Kunden in den deutschen Großverzinkereien technologisch zu beraten, optimale Legierungskonzentrationen für den Verkauf zu definieren und Reklamationen bei fehlerhaften Zinkbädern mathematisch-chemisch zu analysieren. Das Heft hat neben seiner technikgeschichtlichen als Werkstoffwissen eine - aus heutiger geradezu spannende - politikgeschichtliche Bedeutung: hinter der den Laborergebnissen aus Düsseldorf steckte als Auftraggeber die nordrhein-westfälische Landesregierung. Deren Wirtschafts- und Verkehrsministerium initiierte und finanzierte diese Studie im Zuge eines großangelegten, staatlichen Struktur- und Technologieförderprogramms. Der damalige Grund: in den 1950er Jahren stand das Land vor der gewaltigen Aufgabe, das kriegszerstörte industrielle Herz Deutschlands (Ruhrgebiet und Rheinland) wiederaufzubauen. Der Staatssekretär Leo Brandt erkannte als Wissenschaftsorganisator des Hauses, dass die heimische Schwerindustrie (Kohle, Eisen, Zink) global nur überleben konnte, wenn sie qualitativ konkurrenzfähigt führend war. Brandt erfand in diesem Sinne ein für damalige Zeit ungewöhnliches Modelll: er nutzte Steuergelder, um gezielt praxisrelevante, industrielle Kernprobleme bei den führenden Forschungsinstituten seines Landes in Auftrag zu geben. Die Ergebnisse wurden als "Forschungsberichte des Wirtschafts- und Verkehrsministeriums NRW" gedruckt und allen deutschen Betrieben kostenlos zur Verfügung gestellt, um das ‚Wirtschaftswunder' technologisch zu beschleunigen. Die "Verzinkung" war 1958 ein Milliardenmarkt, weil Autos, Brücken, Fabrikhallen und die Strommaste des neuen Stromnetzes dringend vor Rost geschützt werden mussten. Ein fehlerhafter "Zinkangriff" (der Stahl löst sich im flüssigen Zinkbad unkontrolliert auf oder wird spröde) kostete die Hüttenwerke damals Unsummen. Das Ministerium bestellte die Studie, um diesen industriellen Schadensfaktor wissenschaftlich zu eliminieren. Der Auftrag ging an die absolut erste Adresse der deutschen Metallforschung: das Max-Planck-Institut für Eisenforschung (MPIE) in Düsseldorf. Horstmann forschte in dessen Laboratorium für Metallurgie und Metallkunde und nutzte dort modernste metallurgische Untersuchungsgeräte. Horstmann und seine Mitarbeiter gossen dabei unter exakt kontrollierten Laborbedingungen hunderte Test-Eisenproben in flüssige Zinkbäder, mischten im Mikrogrammbereich Aluminium bei, fertigten mikroskopische Querschnitte (Schliffe) an und fotografierten die chemischen Reaktionszonen mit hochleistungsfähigen Mikroskopen.
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