gebraucht; gut - Vassula Rydén (geb.1942) ist eine in Ägypten geborene griechisch-orthodoxe Christin, die seit 1985 zahlreiche visionäre Kontakte mit prominenten Vertretern des himmlischen Personals hatte. Den Auftakt machte ein Schutzengel Daniel, der ihr bei der Mitschrift englisch verfaßter Botschaften die Schreibhand führte. Es folgten Wesen, die sich in dieser Reihenfolge als Gott Vater, Gott Sohn, Maria, Erzengel Michael und (der Vollständigkeit halber?) als Teufel vorstellten. Die Botschaft aller (?): sie möge die Menschheit von der "Einheit der Christen", dem "Bekenntnis zum Papst", dem "Bevorstehen einer Zeit der Läuterung", der Beendigung der "Spaltung der Christen" und von der Notwendigkeit der Versöhnung "aller Religionen" überzeugen. Der Vatikan hörte die Mahnungen und prüfte. Unter dem damaligen Vorsitzenden der Glaubenskongregation, Kardinal Joseph Ratzinger, entschied man 1995, bei den Gesprächsinhalten der himmlischen Visiten handele es sich nicht um übernatürliche Botschaften, sondern um Resultate privater Meditationen. Und die Bischöfe wurden im Namen ihres obersten Dienstherrn aufgerufen, "ihre Gläubigen angemessen (zu) informieren und in ihren Diözesen keine Ausbreitung der Rydén´schen Ideen (zu) gestatten", da "trotz einiger positiver Aspekte, die Aktivitäten von Vassula Rydén sich negativ auswirken". (Notifikation der Kongregation für die Glaubenslehre betreffend Vassula Rydén vom 6. Oktober 1995) Bei der Urteilsfindung war man bei aller Sympathie für die "positiven Elemente" (!) der Berichte grundsätzlich. Bei der "aufmerksame(n) und objektive(n) Untersuchung" folgte man evangelistischen Anweisungen: "Geliebte, glaubt nicht jedem Geist, sondern prüft die Geister, ob sie aus Gott sind! Denn viele falsche Propheten sind in die Welt hinausgegangen." ('Elberfelder Bibel' Johannes 4, 1) Und nun wird der Fall Vassula Rydén zum kirchengeschichtlichen Exempel im Umgang mit den Dingen. Der Bescheid: die himmlischen Besuche hatten sich Frau Rydén gegenüber etliche "doktrinäre Irrtümer" geleistet. "Unter anderem wird in zweideutiger Ausdrucksweise von den Personen der Heiligsten Dreifaltigkeit gesprochen. Das geht so weit, daß die kennzeichnenden Namen und Funktionen der göttlichen Personen verwechselt werden." Die heilige Kongregation hielt eine solche Identitätsverwirrung des himmlischen Spitzenpersonals für ausgeschlossen! Und weiter: "in diesen angeblichen Offenbarungen wird eine drohende Periode der Vorherrschaft des Antichristen innerhalb der Kirche angekündigt", es wird darüber hinaus "in chiliastischer Weise ... ein entscheidendes und glorreiches Eingreifen Gottes prophezeit", der gegen alle Absprachen im Begriff sei, "auf Erden noch vor der endgültigen Ankunft Christi ein Zeitalter des Friedens und des allgemeinen Wohlergehens zu errichten". Und dann soll da noch wird "in nächster Zukunft eine Kirche" kommen, die völlig im Gegensatz zur katholischen Lehre "eine Art pan-christlicher Gemeinschaft wäre". All dies gehe gar nicht. So fordert am Ende das Gremium geweihter Männer: "alle Gläubigen" sind verpflichtet, "die Schriften und die Interventionen von Frau Vassula Ryden nicht als übernatürlich zu betrachten und den Glauben, den der Herr der Kirche anvertraut hat, rein zu bewahren." (nachlesbar auf: Die katholische Informationsseite der Gemeinschaft v. hl. Josef, eine österreichische Gemeinschaft von Weltpriestern) Unser Buch 'Das wahre Leben in Gott, 2' erschien 1994 - ein Jahr vor dem römischen Urteil - in einem süddeutschen Verlag, der sich u. a. auf christliche und katholische Themen, Marienerscheinungen und Heiligenverehrung sowie auf die Lehre der katholischen Kirche spezialisiert hat. Die Autorin ist unverändert mit dreizehn Titeln (Stand 07.11.2019) auf der Verlagsseite vertreten. Die Liste der Botschaften füllt inzwischen 10 Bände. Und der Verlag versichert trotz der heiligen Bescheide: "Seit 1986 bekommt Vassula Ryden, eine Griechin mittleren Alters, Botschaften direkt von Jesus. Die aktuelle Situation der Kirche kommt deutlich zur Sprache. Diese Botschaften führen in die anbrechende "Zeit des Heiligen Geistes", die immer wieder angekündigt wird. Viele mutmachende Voraussagen über das kommende Pfingsten und die neue Zeit werden uns hier geschenkt." Eine schwäbische Synthese von Glaubenspflichten und Geschäftsinteressen.