gebraucht; gut - Kopfschnitt braunfleckig - Otto von Freising (auch Otto I. von Österreich 1112 - 1158), war seit 1138 Bischof von Freising und ein wichtiger Chronist mittelalterlicher Geschehnisse. Nachkomme aus einer prominenten Beziehung - einer Kaisertochter und eines Heiligen: Sohn des heiliggesprochenen Babenbergers Leopold III., Markgraf von Österreich, und der Tochter Kaiser Heinrichs IV., Agnes von Waiblingen. Zisterzienserabt, von König Konrad III. 1138, als reichsfürstlicher Bischof von Freising in ein herrschaftliches Immediatverhältnis berufen. Hier war er - diplomatisch - in den andauernden Investiturstreit, - persönlich - in die Kreuzzugsbewegungen von Papst und Zisterzienserabt Bernhard von Clairveaux verwickelt (Teilnahme am 2.Kreuzzug, 1147 - 49). Daneben war er philosophisch und historiographisch ambitioniert: er war einer der frühen Aristoteles-Kenner (hier sind seine Schriften verloren) und ein nachhaltiger Geschichtsdeuter. Sein erstes Werk war die 'Chronica sive Historia de duabus civitatibus', Die Geschichte der zwei Staaten, entstanden zwischen 1132 und 1146, überarbeitet 1157. Ein geschichtsteleologisches Programm: Otto erlebt die die Geschichte als Bildung eines Zukunftsstaates, der sich -weltlich - im imperium romanum, - geistlich - in der Kirche Christi zur civitas Dei verwirklicht. Die Utopie eines Himmels auf Erden, die den Vorgaben der Kirchenlehrer widersprach. Die hatten den Gläubigen ihre Lehre von den 'zwei civitates' eingeschäft: das Äußere des irdischen Staates (civitas terrena) erscheint in der augustinischen Darstellung als zwar gottgewollte zeitliche Ordnungsmacht, aber auch als ein von widergöttlichen Kräften beherrschtes Reich des Bösen. Der Gottesstaat (civitas dei/caelestis) ist eine Sache der Innerlichkeit und konstituiert sich somit in den einzelnen nach den religiösen Geboten lebenden Christen selbst. Im Unterschied zu seinem heiligen Vater Leopold (auas dynastiepolitischen Erwägungen: Heiligsprechung durch Innozenz VIII, 1485) brachte es Otto nur zur Seligsprechnung.